Dichtung hat mit dem Leben zu tun, mit dem Leben in der Natur und dem Leben der Menschen. Die Natur hat ihr Leben geregelt und ihre eigenen Gesetze geschaffen. Damit kein Chaos herrscht, unterliegt auch das Leben der Menschen bestimmten Regeln, die sich in religiöse und politische Gebote und Gesetze gliedern. Nun ist Lyrik meist mit dem Begriff öLiebeö zusammengelegt. Aber die Dichter sangen zu allen Zeiten nicht nur von Lenz und Liebe, sie hatten ebenso viele handfeste Themen.

Der Begriff öpolitischö wird oftmals falsch verstanden. Er bedeutet eigentlich, öalles was die Polis betrifftö; und Polis ist das griechische Wort für die Gemeinschaft einer Stadt. So möchte ich das Wort verstanden wissen, wenn ich von "politischer Lyrik" spreche. Sie umfasst alles, was das Miteinander der Menschen angeht. Daher ist sie keine Erfindung der neueren Zeit, denn zu allen Zeiten gab es Kritik an den herrschenden Zuständen. Und wie im Drama oder im

Roman, so haben Dichter auch in der Lyrik immer wieder das behandelt, was sie verbesserungswürdig fanden. Aber auch Lob für gute Leistungen vergaben sie an die Mächtigen, oder an die, die etwas zum Nutzen der Menschheit bewegt haben. Sie werden erstaunt sein, wie viele Dichter es sind - und leider kann bei einer Lesung ja nur ein Ausschnitt

vorgestellt werden. Aber zumindest dieser Ausschnitt aus der großen Zahl politischer Lyrik soll Ihnen Anregung geben, Lyrik einmal anders zu sehen: Nicht nur mit dem Herzen, sondern auch mit dem Verstand.

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